Autobahnbrücke für die Natur

Frühzeitige NABU-Hinweise für eine Wildbrücke

Landkreis. Die Autobahnen stellen für die frei lebenden Wildtiere starke Einschränkungen dar. Uralte Wildwechsel, Nahrungsgebiete und Anbindungen an Nachbarpopulationen werden durch diese breiten Autoverkehrswege abgeschnitten. Dadurch leidet nicht nur die direkte Überlebensmöglichkeit zahlreicher Arten, sondern genauso die langfristige Gesundheit der Vorkommen. Da fehlender Austausch von Erbinformationen mit den benachbarten Tiergruppen eine allmähliche genetische Verarmung bewirkt, drohen zunehmende Krankheitsraten und allgemein geringere Fitness der Tiere. Ähnliche Verhältnisse gelten sogar für einige Pflanzenarten, deren Samentransport durch Tiere in deren Fell besorgt wird, wie man dies von Kletten kennt.

 

Aus diesen Gründen hat sich der NABU Heidekreis bereits vor Jahren zu Beginn der Erweiterungsplanungen zur Autobahn A7 an die Straßenbaubehörde gewendet. Die Notwendigkeit sogenannter Grünbrücken beim Ausbau konnte erfolgreich dargestellt werden. So sind seither vergrößerte Unterführungen eingebaut worden. Nun teilt die Straßenbaubehörde Verden mit, dass auch die Bauplanung einer Wildbrücke nördlich Dorfmark erfolgt. Die Landschaftsbedingungen wurden vom NABU sorgfältig ausgewählt, um die Zuwege vor der Autobahnquerung wie auch die Abwanderkorridore hinter der Brücke - egal in welcher Richtung - für die querenden Tiere so stressarm wie möglich zu halten. „Endlich können von Igel bis Hirsch die Tiere die sonst als Todeszone wirkende Autobahn queren, ohne den Verkehr und sich selber zu gefährden“, nimmt Jörg Schiesgeries erfreut Stellung zu dieser Ankündigung.

 

NABU Erklärung vom 21. November 2016

Aktiver Naturschutz: Entkusseln im Lichtenmoor

Naturschützer wollen moortypische Arten erhalten / Arbeitseinsatz mit Motorsäge und Spaten

Unterwegs in Sachen Naturschutz: Wolfgang Welle und Klaus Thiele (hinten rechts) sind ein eingespieltes Team
Unterwegs in Sachen Naturschutz: Wolfgang Welle und Klaus Thiele (hinten rechts) sind ein eingespieltes Team

Sie kommen aus verschiedenen Orten des Heidekreises und üben ganz unterschiedliche Berufe aus. Was sie vereint, ist ihr aktiver Einsatz für die Natur. Als eine von vielen Aktionen traf sich eine Gruppe von engagierten Naturschützern, um im Lichtenmoor zu „entkusseln“ und damit moortypische Arten zu erhalten. Verantwortlich für die jährliche Aktion des NABU zeigten sich der ehemalige Rethemer Förster (und jetzige Lehrer und Konrektor der Oberschule) Wolfgang Welle sowie Gymnasiallehrer Klaus Thiele aus Eickeloh.

 

Lichtenmoor (gfs). Es herrscht ideales Wetter an diesem milden Samstagvormittag im Oktober, vor allem ist es trocken. Normalerweise ist genau diese Trockenheit nicht erwünscht im Moor, doch den Arbeitseinsatz erleichtert sie enorm. Die Teilnehmer der jährlichen „Entkusselungsaktion“ machen sich von Rethem aus auf den Weg ins Lichtenmoor, um im Naturschutzgebiet auf NABU-eigenen Flächen gemeinschaftlich gegen die weitere Austrocknung des Moores vorzugehen.

 

Ausgerüstet mit Schiebbaren, Motorsägen und Spaten legen sie wegen der Unebenheiten des Weges das letzte Stück zu Fuß zurück. Die Arbeit ist schweißtreibend und körperlich anstrengend: Mit der Motorsäge fällen Klaus Thiele und Wolfgang Welle hauptsächlich junge Birken und Pappeln, um den offenen Charakter der Flächen zu erhalten. Wie mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen, treten die übrigen ehrenamtlichen „Moorpfleger“ abgesägtes Geäst bewusst in die Gräben, damit die Feuchtigkeit dort gehalten wird. Auch Traubenkirschen, die sich immer stärker vermehren, ziehen oder graben sie aus. „Früher hat man hier im Moor Gräben ausgehoben. Dadurch sind Dämme entstanden, die wir auch freihalten wollen. Wir haben eine Fläche in der Nähe des Grabens ausgesucht, auf der wir heute arbeiten wollen“, erklärt Klaus Thiele. Solange in der Region Torf abgebaut werde, werde das Wasser über den Weißen Graben abgeführt, der als Entwässerungsgraben diene. „Der Graben zieht intensiv Wasser ab. Einige Flächen sind dadurch schon so trocken, dass sie sich Richtung ‚Verheidung‘ entwickeln. Mit der Entkusselung wollen wir erreichen, dass sich die Moorentwicklung wieder anstoßen lässt. Wir nehmen die großen ‚Wasserfresser‘ wie Birken und Pappeln raus, kleinere Bäume und Sträucher lassen wir für das Wild stehen“, so Thiele.

 

Das sei allerdings nur ein Notbehelf, solange es so trocken sei in der Region. „Das Lichtenmoor befindet sich in einer Grenzregion des Heidekreises und des Landkreises Nienburg. Im Nachbarlandkreis ist man mit der Renaturierung schon weiter, aber auch der Landkreis Heidekreis rodet auf seinen Flächen immer wieder, sobald Geld da ist.Ziel ist es, den Wasserspiegel langfristig wieder anzuheben und die Flächen zu vernässen“, erzählt Wolfgang Welle.

 

Welle war bis vor zehn Jahren als Förster in Rethem aktiv und kennt die Gegend und die Umstände gut. Sich um den Schutz der Natur und insbesondere des Moores zu kümmern, ist für ihn ebenso wie für Klaus Thiele und die anderen Mistreiter eine Art Berufung. Da es im September kaum Niederschlag gab, ist es jetzt besonders trocken. „Hochmoore sind Regenmoore, die normalerweise nur vom Regen gespeist werden. Wo viel Pfeifengras wächst, so wie hier, ist das Moor schon nicht mehr so feucht. Wenn es noch trockener ist, findet man keine Glockenheide mehr, sondern nur noch Besenheide“, wissen die übrigen Naturschützer zu berichten, die bei ihrer Arbeit emsig von ihren Kindern unterstützt werden.

 

Auch Antje Schiesgeries hat schon als Kind in der Jugendgruppe des NABU angefangen. „Mich interessieren die Natur und die Umwelt. Schon als Neunjährige bin ich in den 70er Jahren mit dem Fahrrad zur Demo gegen das geplante Endlager im Lichtenmoor gefahren“, erzählt sie mit Überzeugung.

 

Ihr gehe es nicht darum, ständig in der Öffentlichkeit zu stehen, sondern „etwas im Kleinen“ zu machen. „Die konkrete Arbeit vor Ort ist mir wichtig“, betont sie und spricht damit auch für die anderen Aktiven, die sich über weiteren Zuwachs in der Gruppe freuen würden.

 

 

Walsroder Zeitung vom 22. Oktober 2014

500.000stes Mitglied im NABU eingetreten

Die Unterstützung der Menschen für den NABU wächst. Der Verband hat im Sommer 2014 die Halbe-Million-Marke erreicht. Das 500.000 Mitglied kommt aus Thüringen und wurde von NABU-Präsident Olaf Tschimpke im thüringischen Waltershausen persönlich begrüßt. Präsident Tschimpke nutzte die Gelegenheit einer Abschlussveranstaltung zum Ende des Schuljahres, um die Thüringerin herzlich im Verband willkommen zu heißen und bedankte sich gleichzeitig bei den nun mehr als 540.000 Mitgliedern und Förderern, die den NABU regelmäßig unterstützen. Damit ist der NABU Deutschlands mitgliederstärkster Umweltverband.

 

Für die Arbeit des NABU sind die Mitglieder und Förderer unverzichtbar. Sie verhelfen dem NABU zu einer starken Stimme und sorgen dafür, dass sich der NABU in Bund, Ländern und vor Ort beharrlich für den Natur- und Umweltschutz einsetzen kann. Durch diesen großen Rückhalt in der Bevölkerung ist der NABU erfolgreich im Kampf um die Ziele des Natur- und Umweltschutzes und hat in seiner über 100-jährigen Verbandsgeschichte wichtige Erfolge erzielen können: Angefangen vom Verbot der Vogelfallenjagd und dem Flächenkauf durch die Verbandsgründerin Lina Hähnle Ende des 19. Jahrhunderts, dem Jagd- und Handelsverbot für Greifvögel, der Sicherung des Nationalen Naturerbes bis hin zu aktuell erfolgreichen Kampagnen wie „Willkommen Wolf!“ zum Schutz der Wölfe und für umweltfreundlichere Kreuzfahrt- und Containerschiffe.

 

Fokus der Arbeit ist die Bewahrung der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt und eine lebenswerte Umwelt auch für folgende Generationen zu schaffen. Dazu zählt auch das Engagement bei Unternehmen für eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise. Die besondere Stärke des NABU aber liegt in der praktischen Naturschutzarbeit. Herzstück des NABU sind  die rund 35.000 aktiven Mitglieder, die in über 2.000 Ortsgruppen organisiert sind.

Dazu gibt es einen schönen Kurzfilm, den Sie sich hier anschauen können.

 

http://www.nabu.de/nabu/portrait/news/16949.html

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Aktuelle Termine

Dienstag, 27. November 2018

Vorstandssitzung - für NABU-Mitglieder öffentlich

 

Wann: 19.30 Uhr

Wo:    Gasthaus Meding

         Dorfmark, Poststr. 10

Info:    K.Thiele, Tel. 05164-1435