Pressemitteilung - Juli 2026

Biberinformation an der Bootsstation Dorfmark

Biberbeauftragte des NABU Heidekreis überreicht Informationstafel

Dr. Antje Oldenburg, Claudia Ahmetaj, Ulf Siemsglüss, Anne Stamm, Gerhard Singewald
Dr. Antje Oldenburg, Claudia Ahmetaj, Ulf Siemsglüss, Anne Stamm, Gerhard Singewald

Nachdem der Biber in der Mitte des 20. Jahrhunderts  in weiten Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes nahezu ausgerottet war, erobert sich der scheue Nager langsam aber stetig seine ehemaligen europäischen Lebensräume zurück. Auch wenn das Gros der rund 500 niedersächsischen Biber an der Leine, im Emsland, in der Elbregion um Lüneburg und im Großraum Gifhorn lebt, hat der fleißige Baumeister inzwischen auch den Weg in den Heidekreis gefunden. Meist sind es Nagespuren an Ästen und Stämmen entlang der Ufer von Aller, Böhme, Meiße und Wölpe, die auf die Anwesenheit der dämmerungs- und nachtaktiven Säugetiere hinweisen, die als „Schlüsselart“ der Auenlandschaft bevorzugt in feuchten Wäldern mit langsam fließendem oder stehendem Gewässer lebt, jedoch durchaus auch mit stark veränderten Kulturlandschaften zurechtkommt. 

 

Um Konflikten vorzubeugen und für ein friedvolles Miteinander von Biber und Mensch zu werben, sind Informationen über den sympathischen Wasserbauingenieur insbesondere dort von Bedeutung, wo seine Lebensräume zur Freizeitgestaltung genutzt werden. Aus diesem Grund erhielten die Betreiber der Bootsstation Dorfmark, Claudia Ahmetaj und Ulf Siemsglüss, kurz vor der Eröffnung der diesjährigen Paddelsaison Besuch einer kleinen Delegation des NABU Heidekreis. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer Idee sofort auf offene Ohren gestoßen sind“, sagte Anne Stamm, Biberbeauftragte und Initiatorin des Projektes, bei der Übergabe der Informationstafel, die in Zukunft im Empfangsbereich der Bootsstation die Blicke der Besucherinnen und Besucher auf sich ziehen wird. Das freundlicherweise von den Niedersächsischen Landesforsten als Druckvorlage für diesen Zweck zur Verfügung gestellte Plakat spricht sowohl Kinder als auch Erwachsene an und enthält die wichtigsten Informationen zum Aussehen und zur Lebensweise der Biber, die wie kaum ein anderes Tier in der Lage sind, ihre Umgebung nach ihren Bedürfnissen umzuformen. Dabei gestaltet der emsige Baumeister der Natur nicht nur sein eigenes Zuhause, sondern fördert durch die Schaffung neuer Lebensräume für Libellen, Amphibien, Reptilien, Fische und Vögel gleichzeitig die Biodiversität und trägt zum Nulltarif zur Flussrenaturierung bei. Und mit etwas Glück kann man bei einem respekt- und rücksichtsvollen Umgang mit der Natur während einer Paddeltour auf der Böhme nicht nur einen Eisvogel und verschiedene Prachtlibellen beobachten, sondern auch einen Blick auf das größte Nagetier Europas erhaschen oder zumindest seine Fraßspuren und die charakteristischen Pfotenabdrücke  an einer sandigen Uferstelle entdecken.