Die vor gut zwanzig Jahren gegründete NAJU Niedersachsen ist eine eigenständig Jugendorganisation, die inzwischen mit über 19.000 Mitgliedern und mehr als 110 Kinder- und Jugendgruppen landesweit zu den größten Jugendumweltverbänden zählt und es sich zum Ziel gesetzt hat, durch aktiven Natur- und Umweltschutz die natürlichen Lebensgrundlagen und die biologische Vielfalt zu erhalten. Unter fachkundiger Leitung werden Kinder und Jugendliche mit Spaß und Spiel an ihre Umwelt herangeführt, lernen Tiere und Pflanzen kennen und bekommen die Möglichkeit, vor Ort im praktischen Naturschutz aktiv zu werden, an spannenden Aktionen und Wettbewerben teilzunehmen und ihre eigenen Umweltprojekte zu realisieren.
Seit fünf Jahren trifft sich in Rethem eine NAJU-Gruppe für 8- bis 10-jährige Kinder, um gemeinsam verschiedene Lebensräume in der Umgebung zu erkunden, mit Naturmaterialien zu basteln, Nisthilfen, Insektenhotels und Futterhäuschen zu bauen oder tatkräftig bei der Moorpflege und der Anlage von Wildkatzenkorridoren zu helfen. Auch Tagesausflüge wie beispielsweise der Besuch des Wildkatzen-Erlebniszentrums bei Bad Harzburg oder einer Fossiliengrube bei Twistringen standen auf dem Programm. Ein ganz besonderes Abenteuer erwartete 21 NAJU-Kinder im Dezember letzten Jahres, als sie sich in Begleitung von 19 Erwachsenen in Cuxhaven auf die Fähre nach Helgoland einschifften, um der einzigartigen Hochseeinsel einen dreitägigen Besuch abzustatten. Kaum waren die Zimmer in der Jugendherberge bezogen, ging es nach einer ersten Erkundung des Nordoststrandes auf das Oberland, um das Wahrzeichen Helgolands, die 47 m hohe Lange Anna, zu besichtigen und an den steilen Westklippen entlang zu wandern, die im Sommer die einzige deutsche Brutkolonie von Seevögeln wie Trottellummen, Tordalken, Dreizehenmöwen, Eissturmvögeln und Basstölpeln beherbergen.
Während die Felsen auf der Hauptinsel im Winter verwaist sind, geht es auf der benachbarten Düne umso lebhafter zu: Am Nordstrand des kleinen Eilandes bringen die Kegelrobben von Mitte November bis Anfang Januar ihre Jungen zur Welt, die bei der Geburt immerhin schon zehn bis fünfzehn Kilogramm wiegen und ihre ersten Lebenswochen mit ihren rund 190 cm langen und 190 kg schweren Müttern an hochwassergeschützten Strandabschnitten verbringen. Im Rahmen einer Führung durch Bundesfreiwillige des Verein Jordsand bekamen die NAJU-Kinder und ihre Eltern die Gelegenheit, die weißen, wolligen Robbenbabys ausgiebig zu beobachten und viel Wissenswertes über die Lebensweise der beeindruckenden Meeresraubtiere zu erfahren – ein Erlebnis, das allen Reisenden noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Am Freitag, den 24. April, berichtet Wolfgang Welle um 18.00 Uhr im Gasthof Meding in Dorfmark von dem ebenso lehr- wie ereignisreichen Aufenthalt auf der Hochseeinsel, bei dem natürlich auch Spaß, Spiel und Geselligkeit nicht zu kurz kamen. Im Anschluss an den rund einstündigen öffentlichen Vortrag findet die alljährliche Mitgliederversammlung der NABU-Kreisgruppe statt..