Pressemitteilung - April 2026

Hacken, Klopfen, Kleben, Graben

NABU-Exkursion zu Höhlenbauern und ihren Nachmietern in der Bierder Koppel

Ein Waldkauz lugt aus einer natürlichen Asthöhle hervor (Foto: Dr. Hermann Oldenburg)
Ein Waldkauz lugt aus einer natürlichen Asthöhle hervor (Foto: Dr. Hermann Oldenburg)

Am kommenden Sonntag lädt der Naturschutzbund Heidekreis alle Interessierten zu einer zweistündigen naturkundlichen Führung in die Bierder Koppel ein, einem rund 37 ha großen, nördlich der Aller gelegenen auwaldartigen Hartholzmischwald, der gemeinsam mit seinen beiden Pendants Ahe und Schlenke südlich des Flusses zu dem FFH-Gebiet „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“ gehört und überwiegend von Stieleichen, Ulmen und Eschen geprägt wird. Daneben stocken im Südosten auch kleine Buchenwälder, während im Nordosten Eichen- und Hainbuchen-Mischbestände zu finden sind. Uralte Baumriesen ragen zwischen jüngeren Bäumen unterschiedlichster Altersstufen und Arten empor und beschatten mit ihren Baumkronen den Waldboden, der vor kurzem noch von den leuchtenden Blüten der Frühblüher überzogen war. 

 

Tot- und Althöl­zer bilden nicht nur die Lebensgrundlage unzähliger Pilze, Insekten und Wir­bellosen, sondern bieten verschiedenen Höhlenbewohnern eine natürliche oder selbstgebaute Wohnstatt, die es gemeinsam zu entdecken gilt: Während natürliche Höhlen durch Verlet­zungen infolge von Astabrü­chen, Sturmschäden oder Blitzeinschlägen entstehen, zeugt das Klop­fen und Hämmern der Spechte von einer emsigen Bautätigkeit, von der nicht nur die Bau­meister selber, sondern auch zahlreiche Nachmieter profitieren. So werden die Höhlen von Klein-, Mittel- und Buntspechten von Meisen, Staren, Kleibern oder Mauerseglern ge­nutzt, während Hohltauben, Waldkäuze und Dohlen gerne in freie Schwarzspechthöhlen ein­ziehen. Auch Haselmäuse, Siebenschläfer, Eichhörnchen und verschiedene Fledermaus­arten wissen die gemütlichen Wohnstuben der Spechte zu schätzen und oder sie dienen Bie­nen, Hummeln und Wespen als Bauplatz für ihre filigranen Nester. 

 

Wer einige Baum- und Erdhöhlen bewohnende Arten kennen lernen und erfahren möchte, woher der Kleiber seinen Namen hat, sollte sich am 3. Mai um 10.00 Uhr am Dorfgemein­schaftshaus „Alte Schule“ in Bierde Nr. 35 einfinden. 

 

Info: Dr. Antje Oldenburg, Tel. 05164-801113

Kleiber bevorzugen zur Familiengründung Behausung in luftiger Höhe (Foto: Dr. Hermann Oldenburg)
Kleiber bevorzugen zur Familiengründung Behausung in luftiger Höhe (Foto: Dr. Hermann Oldenburg)