Am kommenden Sonntag lädt der Naturschutzbund Heidekreis alle Interessierten zu einer zweistündigen naturkundlichen Führung in die Bierder Koppel ein, einem rund 37 ha großen, nördlich der Aller gelegenen auwaldartigen Hartholzmischwald, der gemeinsam mit seinen beiden Pendants Ahe und Schlenke südlich des Flusses zu dem FFH-Gebiet „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“ gehört und überwiegend von Stieleichen, Ulmen und Eschen geprägt wird. Daneben stocken im Südosten auch kleine Buchenwälder, während im Nordosten Eichen- und Hainbuchen-Mischbestände zu finden sind. Uralte Baumriesen ragen zwischen jüngeren Bäumen unterschiedlichster Altersstufen und Arten empor und beschatten mit ihren Baumkronen den Waldboden, der vor kurzem noch von den leuchtenden Blüten der Frühblüher überzogen war.
Tot- und Althölzer bilden nicht nur die Lebensgrundlage unzähliger Pilze, Insekten und Wirbellosen, sondern bieten verschiedenen Höhlenbewohnern eine natürliche oder selbstgebaute Wohnstatt, die es gemeinsam zu entdecken gilt: Während natürliche Höhlen durch Verletzungen infolge von Astabrüchen, Sturmschäden oder Blitzeinschlägen entstehen, zeugt das Klopfen und Hämmern der Spechte von einer emsigen Bautätigkeit, von der nicht nur die Baumeister selber, sondern auch zahlreiche Nachmieter profitieren. So werden die Höhlen von Klein-, Mittel- und Buntspechten von Meisen, Staren, Kleibern oder Mauerseglern genutzt, während Hohltauben, Waldkäuze und Dohlen gerne in freie Schwarzspechthöhlen einziehen. Auch Haselmäuse, Siebenschläfer, Eichhörnchen und verschiedene Fledermausarten wissen die gemütlichen Wohnstuben der Spechte zu schätzen und oder sie dienen Bienen, Hummeln und Wespen als Bauplatz für ihre filigranen Nester.
Wer einige Baum- und Erdhöhlen bewohnende Arten kennen lernen und erfahren möchte, woher der Kleiber seinen Namen hat, sollte sich am 3. Mai um 10.00 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ in Bierde Nr. 35 einfinden.
Info: Dr. Antje Oldenburg, Tel. 05164-801113
