Pressemitteilung - Mai 2026

NABU- Exkursion zu den „Liebenauer Gruben“

Artenvielfalt im Nienburger Naturschutzgebiet erleben

Fotos: ©NABU Nienburg, J. Rösler
Fotos: ©NABU Nienburg, J. Rösler

Das Naturschutzgebiet „Liebenauer Gruben“ im Landkreis Nienburg/Weser, liegt in einer Weserschleife zwischen Binnen und Leeseringen. Das rund 142 ha große Areal umfasst einen Komplex aus weitgehend zusammenhängenden Still­gewässern, die aus einem fast vier Jahrzehnte währenden Sand- und Kiesabbau und durch ihre Lage im Überschwemmungsgebiet der Weser hervorgegangen sind. Der Anschluss der Stillgewässer an die Weser hat eine weitgehend eigen­dynamische Entwicklung des Gebiets hin zu einer naturnahen Auenlandschaft ermöglicht, die sich seit 2017 im Eigentum der NABU-Stiftung Nationales Na­turerbe befindet.

 

Die „Liebenauer Gruben“ sind eine Landschaft von besonderer Eigenart, Viel­falt und Schönheit und Lebensstätte schutzbedürftiger Tier- und Pflanzenar­ten. Röhrichtgürtel, Verlandungszonen und Weidengebüsche, aber auch Spül­sandflächen charakterisieren das Gelände, in dem heute fast 130 Vogel- und mehr als 280 Pflanzenarten leben, darunter seltene Pflanzen wie die Schwanen­blume und der Blutrote Storchenschnabel. Nachts jagen Teichfledermäuse über den Wasserflächen, im Schilfgürtel sind Rohrammern und Rohrsänger zuhause, in Flachwasserzonen suchen Watvögel nach Nahrung und auf schwimmenden, künstlichen Inseln haben sich Flussseeschwalben angesiedelt. 

 

Da die Mittelweser-Aue stark von intensiver landwirtschaftlicher Nut­zung und zahlreichen Abbaustätten geprägt ist, sind Elemente der früheren Auen-Land­schaft weitgehend verschwunden und mit ihnen ihre Funktion im Natur­haushalt. Vor diesem Hintergrund tritt die besondere Bedeutung des Natur­schutzgebiets als ungestörter Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen sowie als Rastgebiet für Wasservögel hervor, die alljährlich auf dem Zug zwischen den südlichen Win­ter- und den nördlicheren Brutquartieren einen Zwischenstopp in den „Liebe­nauer“ Gruben einlegen. 

 

Am 30. Mai haben Interessierte die Gelegenheit, im Rahmen einer dreistündigen Führung unter fachkundiger Leitung des 1. Vorsitzenden des NABU Nienburg, Jens Rösler, das Naturparadies aus „zweiter Hand“ kennenzulernen und auen­typische, zum Teil sehr seltene Vogelarten wie Fischadler oder Neuntöter zu be­obachten. Da die Exkursion in sensible, öffentlich nicht zugängliche Bereiche führt, ist eine Anmeldung für die auf max. 20 Teilnehmer/innen begrenzte Füh­rung bei Armin Welz unter Tel. 0151 - 25 70 93 03 erforderlich. Treffpunkt: 9.00 Uhr auf dem Parkplatz gegenüber der St. Johannis-der-Täufer-Kirche in Ahlden. Bildung von Fahrgemeinschaften möglich, Hunde können leider nicht mitge­bracht werden. 

Fotos: ©NABU Nienburg, J. Rösler
Fotos: ©NABU Nienburg, J. Rösler