Pressemitteilung - Juli 2026

„Samtpfoten im Wald“

NABU-Exkursion im Lehrdetal

(Foto: Thomas Stephan, BUND Wildkatzenprojekt)
(Foto: Thomas Stephan, BUND Wildkatzenprojekt)

Man könnte sie fast für ein Phantom halten, denn selbst Experten bekommen sie kaum zu Gesicht. Geräuschlos und nahezu unsichtbar schleichen sie durch das Unterholz reich struk­turierter Mischwälder, gehen in der Dämmerung am Waldessaum und auf Lichtungen auf Mäusejagd: Die europäische Wildkatze, die in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert durch gnadenlose Verfolgung nahezu ausgerottet wurde, kehrt auf Samtpfoten in ihre Hei­mat zurück. Dank intensiver Schutzmaßnahmen leben deutschlandweit schätzungsweise wieder 5.000 bis 10.000 der scheuen Jäger, die in Niedersachsen zunächst den Harz und die dicht bewaldeten Mittelgebirgszüge des Weserberglandes besiedelt haben, inzwischen aber auch vereinzelt im Flachland festgestellt wurden. So konnten 2017/2018 im Rahmen einer vom BUND durchgeführten Wildkatzenerfassung erste Nachweise nordöstlich von Bispin­gen und südlich von Hedern und Rethem erbracht werden. Der bislang nördlichste Nachweis gelang 2020 in den Wäldern der Klosterforsten im Landkreis Harburg. 

 

Der Naturschutzbund Heidekreis e.V. (NABU) möchte daher am Sonntag, dem 9. August, allen Interessierten die Gelegenheit bieten, sich gemeinsam mit der Wildkatzenbotschafte­rin Dr. Antje Oldenburg auf die Spur der Wildkatze zu begeben. Der rund zweistündige Spa­ziergang führt um 15.00 Uhr vom Dorfladen in Stellichte Nr. 15a in das Naturschutzgebiet Lehrdetal, des­sen Waldlebensräume und gewässerbegleitenden Galeriewälder eine große Bedeutung als Lebens- und Fortpflanzungsstätte für ein Dutzend besonders geschützter und stark gefähr­deter Fledermausarten haben. Während die wertbestimmenden Säugetierarten Biber und Fischotter bereits in das Gebiet zurückgekehrt sind, steht ein Nachweis für die Wildkatze zwar noch aus, doch tappte im Oktober 2025 eine Wildkatze im rund 20 km westlich gele­genen Specken im Nachbarkreis Verden in eine Lebendfalle. Bei mehreren Zwi­schen­stopps erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wissenswertes über die Le­bensweise der heimlichen Wald­bewoh­ner, lernen die Unterscheidungsmerkmale zwischen Wild- und Hauskatzen kennen und be­kommen einen Einblick in die Gefährdung und den Schutz der stark gefährdeten Tierart. Eine kurze Einführung in die Lockstockmethode, mit der während der Paarungszeit Bestände erfasst und Wanderbewegungen dokumentiert werden, kom­plementiert die informative Exkursion, für die um eine Anmeldung unter Tel. 05164-801113 gebeten wird.